Nach über zwei Jahren feuchten Bodens, wurde ein Bausachverständiger beauftragt, die Ursachen des Wasserschadens in einem Gewerbeobjekt zu überprüfen. Der Wasserschaden trat im Untergeschoss auf. Das Untergeschoss wurde genutzt für Personalräume und Lager. Das Untergeschoss aus WU-Beton-Sohle und WU-Beton-Wänden stand nahezu bis 1 m UK Erdreich im Grundwasser.

Bei der Begehung wurde auf das im großen Lichtschacht stehenden Wassers hingewiesen, dessen OK Sohle gleich OK Bodenplatte ist. Das Wasser stand hier ca. 1,5 cm hoch. Dieser Schadensfall war angabegemäß bereits seit über 2 Jahren vorhanden, nachdem sich nun der Anhydritestrich auflöste, der hier im Verbund mit einer Fußbodenheizung eingebaut war, wollte man die Ursachen und eine Lösung finden. Es wurde vermutet, dass der WU-Beton-Keller über eine Undichtigkeit verfügte. Durch den Installateur wurden bereits verschiedenste Leitungen abgedrückt. Man konnte auch keinen Wasserverlust im Heizungssystem feststellen, so dass davon auszugehen war, dass der Wasserschaden nicht von Leitungen kommt sondern von einer Undichtigkeit in dem WU-Beton-Boden oder WU-Beton-Wänden. Bei der ersten Begehung wurden zunächst die Pläne eingesehen und die Feuchtigkeiten auf den Wandoberflächen gemessen, um eventuell durch erhöhte Werte Anhaltspunkte für einen Feuchtigkeitseintritt zu erhalten.

Es wurden bis ca. 30 bis 40 cm oberhalb des Bodens erhöhte Feuchtigkeitswerte auf den unverputzten WU-Betonwänden festgestellt.

 

An zwei im kritischen Wandkanten, d.h. Stößen der Filigranwände wurden beim 2. Termin Öffnungen im Estrich durchgeführt. In der Öffnung strömte immer wieder von der Rauminnenseite Wasser nach, so dass Wasser in der Dämmschicht der gesamten Estrichfläche vorhanden sein musste.

Um die Feuchtigkeitsverteilung in dem Kellerboden genauer feststellen zu können bzw. um Feuchtigkeitsspitzen feststellen zu können, wurde mit einem Messgerät, das nach Isotopenverfahren funktioniert, die Feuchtigkeitsverteilung im Boden untersucht. Es konnte festgestellt werden, dass in den Ecken und im Duschraum erhöhte Feuchtigkeitswerte vorlagen. Während der Untersuchungen, die sich über 2 Tage erstreckten wurden parallel Öffnungen durchgeführt. So wurde z.B. im Duschraum die rückseitige Vorwand geöffnet – es handelt sich hier um eine Trockenbauwand. Die Rigipsplatten waren durchfeuchtet und minder tragfähig. An den Leitungen hingen Tropfen. Undichtigkeiten bei den Leitungen waren allerdings nicht festzustellen.

Daraufhin wurden die Revisionsöffnungen der Duschwannen geöffnet, die Estrichoberfläche war bei einer der 3 Personalduschen feucht. Es wurde festgestellt, dass der Ablauf nicht mehr dicht saß. Er stand ca. 0,5 cm von der Wanne ab. Der Ablauf wurde darauf hin festgezogen.

Am 2. Messtermin wurde die Feuchtigkeit in der Aufzugsunterfahrt abgepumpt. Es strömte aus dem Estrich immer wieder Wasser nach. Mit der Zeit jedoch ließ das Nachströmen von Wasser nach. Die Aufzugsunterfahrt füllte sich in den folgenden Tagen und Wochen nicht mehr mit Wasser.

Ursache des Wasserschadens war somit, dem Sachverständigen wollte es zunächst niemand glauben, der abgelöste Ablauf einer Dusche. Die Schadensbeseitigung kostete einige 100.000 €.

 

München, den 10.11.2009: Regierungsbaumeister, Dipl.-Bauing. Bernd Ehrmann